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Da die schleichenden Schäden durch Diabetes oft über Jahre und Jahrzehnte zwar kaum bemerkbar sind, aber trotzdem voranschreiten, ist es ganz wichtig, dass Sie sich an die Anweisungen Ihres Hausarztes oder Diabetologen halten und Tabletten und/oder Insulin nach seinen Vorgaben einnehmen bzw. injizieren. Dabei sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren, damit Sie Ihre Werte zwecks Anpassung der Insulin- oder Tablettendosis Ihrem Arzt mitteilen können. Besser noch: Lernen Sie in einer Schulung, wie Sie die Dosis gezielt auf Ihre Werte abstimmen.
Wie gut Sie die Behandlungsanweisungen über Wochen und Monate hinweg befolgt haben, kann Ihr Arzt übrigens an der Messung des glykosilierten Hämoglobins feststellen, des HbA1C-Werts. Dieses verzuckerte Hämoglobin verrät, wie hoch Ihr Blutzuckerspiegel in den vergangenen Wochen war. Bei guter Blutzuckereinstellung liegt er unter sieben Prozent, während Mediziner die Kontrolle bei Werten über neun Prozent als unzureichend und bei Werten von mehr als zwölf Prozent als mangelhaft einstufen. Empfehlenswert ist, diesen Wert alle drei bis sechs Monate bestimmen zu lassen.
Wenn Sie übergewichtig sind und Typ-2-Diabetes haben, kann es für die Behandlung sehr hilfreich sein, wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren. Erst kürzlich konnte eine Studie belegen, dass bei stark übergewichtigen Menschen eine Gewichtsreduktion Typ-2-Diabetes im Anfangsstadium sogar umkehren konnte! Wenn Sie abnehmen oder - was ja oft damit verbunden ist - sportlich aktiv werden möchten, sollten Sie sich aber immer mit Ihrem Arzt darüber beraten.
Experten gehen übrigens sogar davon aus, dass viele Typ-2-Diabetiker keine Medikamente bräuchten, wenn sie Übergewicht abbauen und regelmäßig Sport treiben würden - denn dieser senkt umgehend den Blutzuckerspiegel, der Bedarf an Medikamenten sinkt. Der Stellenwert des Abbaus von Übergewicht und regelmäßigen Sports lässt sich auch im Hinblick auf andere Erkrankungen nicht hoch genug einschätzen! Wenn Sie meinen, Ihr Übergewicht belaste Ihren Körper doch gar nicht so stark, tragen Sie einmal die über das Normalgewicht hinausgehenden Kilos ein Stück weit in Tragetaschen mit sich herum - die Erleichterung beim Absetzen wird groß sein.
Auch bei der Ernährung können Sie selbst aktiv werden: Wichtig sind regelmäßige kleine Mahlzeiten und ein möglichst weitgehender Verzicht auf Süßigkeiten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele tierische Fette zu sich nehmen, da bei den meisten Diabetikern die Konzentrationen der Blutfette zu hoch sind
Ferner ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Ihre Augen auf mögliche Schäden durch die sogenannte diabetische Retinopathie untersuchen lassen, bei der die Netzhaut in Mitleidenschaft gezogen wird. Gerade für ältere Menschen, die es selbst nicht mehr schaffen, ist der Gang zur Fußpflege sehr zu empfehlen, um Geschwüren vorzubeugen. Achten Sie auch an anderen Stellen der Haut auf Geschwüre.
Für den Fall einer Unterzuckerung, die durch die Medikamente, unregelmäßiges Essen und Sport ohne ausreichende Nahrungszufuhr auftreten kann, sollten Diabetiker immer reinen Traubenzucker bei sich führen. Auf diese Weise können sie bei den ersten Anzeichen - wie Hunger, Unbehagen, leichtes Schwächegefühl, Kopfschmerzen - schnell reagieren und eine gefährliche Verschlimmerung, die sich schon innerhalb von Minuten einstellen kann, vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Informieren Sie sich so gut wie möglich über Ihre Krankheit! Je mehr Sie darüber wissen, was Ihren Blutzuckerspiegel beeinflusst, umso besser können Sie Ihre Organe vor den langfristigen Komplikationen schützen.