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Epilepsie

Normalerweise werden in unserem Gehirn ständig Reize und Informationen zwischen den Nervenzellen weiter geleitet. Dies erfolgt innerhalb einer Nervenzelle „elektrisch“. Muss die Information oder der Reiz aber von einer Nervenzelle zur benachbarten weitergeleitet werden, so passiert das über Botenstoffe, die so genannten Neurotransmitter. Bei der Epilepsie kommt es plötzlich zu spontanen „Entladungen“ der Nervenzellen, ähnlich wie bei einem Gewitter. Dadurch verschiebt sich das Gleichgewicht der Neurotransmitter. Die Weiterleitung der Informationen und Reize ist gestört: Es kommt zum epileptischen Anfall. Die Epilepsie ist also keine Geisteskrankheit und hat auch nichts mit einer Gemütserkrankung zu tun. Die Ursachen für die Entstehung einer Epilepsie sind bis heute schwer definierbar. Sie kann genetisch bedingt sein, aber auch Stoffwechselerkrankungen, Infektionen und Tumore im Gehirnbereich sowie Durchblutungsstörungen können beispielsweise eine Rolle spielen.

 

Spontane Entladung – Symptome der Epilepsie

Folgende Symptome können bei einem epileptischen Anfall auftreten:

Motorische Erscheinungen

  • Muskelzuckungen, Versteifen oder Zucken der Gliedmaßen, Körperkrümmung nach vorn oder hinten, Kopfdrehung
  • Automatische Bewegungen, wie Schmatzen oder Nesteln an Gegenständen
  • Bewegungsunruhe, oder Bewegungssturm, z. B. nächtliches Strampeln
  • Völlige Erschlaffung der Muskeln

Gefühls-, Wahrnehmungs-, Verhaltensstörungen

  • Körperempfindungen (sensible Anfälle), z.B. Kribbel- oder Taubheitsgefühl
  • Wahrnehmung durch Sinnesorgane (sensorische Anfälle), z.B. Hören von Geräuschen, Sehen von Lichtblitzen, Schwindelgefühl
  • das  vegetative Nervensystem (vegetative bzw. autonome Anfälle), z.B. Gänsehaut, Erblassen, Übelkeit
  • die Psyche eines Patienten (Anfälle mit psychischen Symptomen), z.B. Halluzinationen, Angst

Bewusstseinsstörungen in Form von Bewusstseinstrübungen

  • Eingeschränkte Wahnehmung bis zur Bewusstlosigkeit

 

Je nach Art des Anfalls unterscheidet der Arzt zwischen 3 Varianten:

  • Fokale Anfälle

Bei dieser Art des Anfalls sind nur bestimmte Teile des Gehirns betroffen. Beim einfach-fokalen Anfall bleibt das Bewusstsein während des Anfalls erhalten, beim komplex-fokalen Anfall hingegen nicht.

  • Generalisierte Anfälle

Hier ist das gesamte Gehirn betroffen.
Diese Anfälle können unterschiedliche Ausprägungen haben. Zum Beispiel fallen hierunter allgemeine Bewusstseinsstörungen, plötzliche Zuckungen von Armen und Beinen, plötzlicher Verlust der Muskelspannung am ganzen Körper oder auch abrupte Anspannung von Armen und Beinen.
Ein besonders schwerer Anfall ist der Grand mal Anfall („großer Anfall“). Er ist durch Bewusstseinsverlust, Sturz, Verkrampfung und anschließend rhythmischen Zuckungen beider Arme und Beine gekennzeichnet.

  • Anfälle, die sich nicht einordnen lassen.


Blitzableitung – Therapie der Epilepsie

Jede antiepileptische Therapie hat das Ziel, den Betroffenen eine hohe Lebensqualität mit möglichst geringe Beeinträchtigungen durch die Epilepise zu ermöglichen. Dazu gehört Anfallsfreiheit oder zumindest die Reduzierung der Anfallshäufigkeit und –schwere bei guter Verträglichkeit. Die Behandlung ist abhängig von der Art der Epilepsie und erfolgt auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Es stehen eine Reihe Medikamente zur Verfügung, die entweder allein oder in Kombination eingesetzt werden. Um weiteren Anfällen vorzubeugen, ist es wichtig, dass die Dosierungsrichtlinien des Arztes genau eingehalten werden.

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