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UCB.de Medien Presseartikel

„UCB Klartext“ – UCB veranstaltet Podiumsdiskussion zum Thema „Forschungsförderung“

  • Hochrangige Akteure aus Politik und Wissenschaft diskutierten über die bestehenden Herausforderungen im Bereich der Forschungsförderung in Deutschland 
  • Verschiedene Blickwinkel auf neues Forschungszulagengesetz zur steuerlichen Forschungsförderung (FZulG; siehe Infotext) sowie der Vergleich zum Industriestandort Belgien standen im Fokus

Monheim (Deutschland) – 15. Januar 2020 – Pressemitteilung. Am 9. Januar empfing das biopharmazeutische Unternehmen UCB, am deutschen Standort in Monheim, neben dem belgischen Botschafter für die Bundesrepublik Deutschland, Seine Exzellenz Baron Willem Van De Voorde, und dem Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW - Professor Dr. Andreas Pinkwart – auch Prof. Dr. Dennis A. Ostwald, Geschäftsführer WifOR Institut für Wirtschaftsforschung, zu einer Podiumsdiskussion unter dem Thema „Forschungsförderung“. Die TV-Journalistin und Moderatorin Kay-Sölve Richter moderierte die Veranstaltung. Sabine Bongardt, Development Lead bei UCB, und Dr. Karl-Werner Leffers, Geschäftsführer UCB Deutschland, wohnten der Diskussionen ebenfalls bei.

In einem Impulsvortrag stellte Prof. Ostwald zunächst die hohe Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft als „Innovationsmotor“ in Deutschland heraus, welche er mit aktuellen Zahlen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung belegte. So ist allein das industrielle Gesundheitswesen mit einer Million Erwerbstätigen ein genauso großer Arbeitgeber wie die deutsche Automobilindustrie. Doch obwohl dieser Bereich seit 2007 jährlich mit durchschnittlich 4,1% wächst - und damit deutlich über dem Wachstum der Gesamtwirtschaft liegt - sind die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen der vergangenen Jahre rückläufig.1

„Deshalb begrüßen wir das FZulG grundsätzlich, allerdings sind zum Beispiel Zulagen von 500.000€, die das Gesetz maximal vorsieht, nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Dr. Leffers. Es ginge in der Forschungsförderung vielmehr um ein rundes Gesamtpaket, mit dem eine schnellere Evaluierung der Investitionen möglich ist und das hohe Risiko, welches insbesondere Pharmaunternehmen in der Arzneimittelforschung eingehen, belohnt wird. Schließlich herrsche eine 90 prozentige Nichterfolgsrate bei der Neuzulassung von Medikamenten. 

Minister Pinkwart schloss sich dem an, doch betonte, dass eine erfolgreiche Forschung in Deutschland nicht nur die Bereitstellung von Geldern voraussetze, sondern auch eine bessere Bildungssituation, moderne Forschungseinrichtungen und weitere soziale Faktoren, die den Standort Deutschland für Forschungsfachkräfte attraktiv machen sollen. Laut dem Minister habe sich die deutsche Politik in diesem Feld zu lange auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht. Diese sorgen zwar immer noch dafür, dass Deutschland auf Platz 4 des Innovations-Indikators steht, jedoch nicht auf unbestimmte Zeit. Belgien sei Deutschland nicht nur in der Forschungsförderung, sondern auch im Innovations-Ranking einen Schritt voraus. 

Botschafter Van De Voorde begündete dies mit der - im Europavergleich - frühen Implementierung von Fördermaßnahmen in Belgien. So führte die belgische Regierung ein attraktives Steuerpaket ein und sorgte darüber hinaus durch beschleunigte Zulassungsverfahren für schnellere Studienabläufe. Zudem sei die Forschungsförderung in Belgien sehr breit ansetzbar – so zum Beispiel auch für immatierielle Vermögenswerte, was in Deutschland durch das FZulG nicht abgedeckt ist. Dies alles habe in Belgien zu einer deutlichen Steigerung der Entwicklungsinvestitionen geführt.

„Ein gutes Beispiel hierfür ist unsere neueste Investition, die wir bei UCB am belgischen Standort getätigt haben. Im Jahr 2024 möchten wir dort eine hochmoderne, biotechnologische Produktionsanlage mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro in Betrieb nehmen“, so Sabine Bongardt. Die UCB-Expertin für Forschung und Entwicklung plädierte dafür, die Forschung nicht nur aus einem regionalen Blickwinkel zu betrachten, sondern globale Zusammenhänge sowie internationale Rahmenbedingungen ebenfalls in der politischen Debatte und Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.

Nach einer offenen Fragerunde des Publikums ließ die Moderatorin Kay-Sölve Richter zum Ende der Podiumsdiskussion jeden Redner einen Wunsch für die Zukunft der Forschungsförderung äußern. Trotz deutlicher Anpassungsforderungen am neuen FZulG waren sich die Gäste einig, dass das neue Gesetz einen wichtigen Schritt in die Richtung einer wettbewerbsstärkenden Forschung in Deutschland darstelle, den es voranzutreiben gilt. In Zukunft sollen jedoch vor allem weitere Anreizpunkte für große und mittelständische Forschungsunternehmen geschaffen werden. Professor Ostwald: „Letztendlich geht es doch darum, wie wir gemeinsam für die Forschungsförderung in Deutschland im übertragenen Sinne am meisten PS auf die Straße bekommen.“

Über UCB
UCB, Brüssel, Belgien (www.ucb.com) ist ein weltweit tätiges biopharmazeutisches Unternehmen, das sich der Erforschung und Entwicklung von innovativer Medizin und Behandlungsmöglichkeiten in den Bereichen Zentrales Nervensystem, Immun- und Entzündungserkrankungen widmet, um Menschen mit schweren Krankheiten eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. UCB erreichte 2018 ein Umsatzvolumen von 4,6 Mrd. € und beschäftigt mehr als 7.500 Mitarbeiter in rund 40 Ländern. UCB wird an der Euronext Börse in Brüssel gehandelt (Symbol: UCB). 

Verfolgen Sie unsere Kurznachrichten bei Twitter unter: @UCB_news.

Über das Forschungszulagengesetz (FZulG)
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD von 2018 wurde von der Bundesregierung ein Schwerpunkt auf die Stärkung von Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland gelegt. Bis zum Jahr 2025 sollen mindestens 3,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für FuE aufzuwenden sein. Am 1. Januar 2020 trat hierfür das sogenannte Forschungszulagengesetz – FZulG, in Kraft. Das Gesetz sieht einen volumenbasierten Fördersatz von 25% auf die förderfähigen Aufwendungen vor. Die Auftragsforschung wird mit einem Fördersatz von 60% des Entgeltes unterstützt, das der Auftraggeber an den Auftragnehmer leistet. Die Deckelung der Zulage entspricht pro Wirtschaftsjahr und Unternehmen 500.000 Euro.2

Literaturverzeichnis
1. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018), Gesundheitswirtschaft. Fakten & Zahlen, Ausgabe 2018. Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung
2. CDU/CSU,/SPD (2018), Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. Online verfügbar unter: www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/koalitionsvertrag_2018.pdf?file=1

Weitere Informationen
Werner Bleilevens, Unternehmenskommunikation, Tel.: +49-2173-48 1056, werner.bleilevens@ucb.com