1 Like Patient:innenzentrierung: „Patient:innen sollen nicht nur mitreden – sie müssen strategisch mitentscheiden“ Über den Autor: Pascal Songhet ist Biologe und seit 16 Jahren in verschiedenen Rollen in der Pharma-Industrie tätig. Seit 2016 arbeitet er bei UCB und ist hier momentan in der Rolle des Head of Patient Affairs bei UCB in Deutschland. Mit seinem Team ist er einer der wenigen bei UCB, die direkt und persönlich mit Patient:innen zusammenarbeiten. Zusammen sorgen sie dafür, dass die Perspektive von Menschen mit chronischen Erkrankungen zum Ausgangspunkt des Handelns wird – von der Aufklärung über Kampagnen bis zu konkreten Unterstützungsangeboten. So stärkt UCB die Patientenperspektive in der Pharmaindustrie Alles, was wir bei UCB tun, beginnt für mich mit einer einzigen Frage: Wie wird es das Leben von Menschen verändern? Als Head of Patient Affairs ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen bei uns wirklich eine Stimme haben. Mein Team und ich verstehen uns hier als Brückenbauer – zwischen dem, was Patient:innen im Alltag brauchen, und dem, was wir als Unternehmen entwickeln. Was macht Patient Affairs? Patient Engagement, Patient Advocacy und Patient Solutions erklärt Mein Team bündelt alle Patient:innen-Themen an einer Stelle. Wir binden Menschen aktiv in Entscheidungen und Projekte ein (Patient Engagement), setzen uns für ihre Interessen und Rechte ein (Patient Advocacy) und entwickeln Angebote, die den Alltag mit einer Erkrankung leichter machen (Patient Solutions). Wie konkret das wird, zeigt unsere Kampagne „Inspiring Patients“: Dort geben echte Menschen ihren Geschichten eine Stimme – offen, ehrlich und aus ihrem Alltag. Denn wer sich zeigt, macht anderen Mut. Unsere Inspiring Patients Kampagne Patient Centricity bei UCB: Warum Patientenzentrierung Teil nachhaltigen Handelns ist Patient Centricity ist für mich keine Floskel, sondern eine Haltung: Patient:innen sind keine reinen Empfänger:innen von Informationen, sondern Expert:innen ihres eigenen Lebens. Für mich gehört das untrennbar zum Thema Nachhaltigkeit. Patient Engagement ist bei UCB Teil unseres nachhaltigen Handelns, genannt Sustainability Performance – denn eine Lösung ist erst dann wirklich nachhaltig, wenn sie den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entspricht, für die sie gedacht ist. Patient:innen als strategische Partner: Wie echte Beteiligung in Unternehmen gelingt Genau hier sehe ich unser größtes Entwicklungsfeld: Wir müssen Patient:innen noch strategischer einbinden. Mein Bild dafür ist der Patient als strategischer Mitentscheider im Unternehmen – jemand, dessen Perspektive nicht am Ende „abgeholt“, sondern von Anfang an mitgedacht wird. Die Herausforderung dabei ist Konsequenz: Über Patientenzentrierung zu sprechen, ist leicht. Sie in jede Entscheidung einzuweben, auch wenn Zeit und Ressourcen knapp sind, ist die eigentliche Arbeit. Zudem ist es nicht immer leicht, Projekte grundlegend anzupassen oder sogar zu stoppen, wenn deutlich wird, dass sie Patient:innen keinen Mehrwert bieten. Die Zukunft der Pharmaindustrie: Vom Patienten zum Mitentscheider Als ich in der Pharmabranche anfing, war die Beziehung einseitig: Die Industrie entwickelte, die Patient:innen empfingen. Das hat sich grundlegend gewandelt. Heute erwarten Patient:innen dieselbe Einfachheit, Klarheit und Kontinuität, die sie aus anderen Lebensbereichen kennen – die Branche bewegt sich sichtbar „beyond the pill“ hin zu ganzen Ökosystemen der Versorgung, persönlicher und früher entlang der individuellen Patient Journey. Digitale Tools und KI helfen dabei, Unterstützung im richtigen Moment anzubieten. Die entscheidende Währung bleibt aber das Vertrauen. Ich bin überzeugt: Die Reise geht dahin, dass Patient:innen zu echten Mitentscheider:innen werden – nicht, weil es gut klingt, sondern weil wir dadurch bessere Ergebnisse für die Menschen erzielen. Patient Centricity in der Praxis: Was Unternehmen von Betroffenen lernen können Ein Punkt liegt mir dabei besonders am Herzen: In Deutschland arbeiten wir bei UCB nicht nur mit Patientenorganisationen zusammen, sondern ganz bewusst auch mit einzelnen Patient:innen – mit den echten Menschen, die sich nicht professionell oder als Expert:innen mit dem Thema beschäftigen, sondern tagtäglich mit ihrer Erkrankung leben. Dieser direkte Draht ist für mich unbezahlbar. Nur so verstehen wir die wahren Bedürfnisse und bekommen ehrliches Feedback, ob unsere Hilfestellungen wirklich ankommen. Ihnen zuzuhören – das ist für mich der Kern von Patient Centricity. Mehr zu Patient Engagement Mehr Infos für Patient:innen